2026/01/10
Tagebuch 1974, Teil 87: Hongkong II
von Dr. Christian G. Pätzold
14. Februar 1974, Hongkong, Donnerstag
Wir waren bei einer Arts and Crafts Ausstellung mit Kunsthandwerk aus der VR China, in Kowloon im Star House. Das Star House war ein Büro- und Geschäftshochhaus direkt an der Anlegestelle der Star Ferry, die hinüber nach Hong Kong Island fuhr. Die große Verkaufsausstellung zeigte vor allem Schnitzereien in allen möglichen Materialien. Es gab leider keine revolutionären Motive, sondern nur traditionelle vorrevolutionäre Motive, wahrscheinlich weil die Exponate für den Export bestimmt waren. Die Ausstellung war gut besucht. Natürlich haben wir nichts gekauft, denn erstens mussten wir sparen und zweitens konnten wir als Backpacker zusätzlich zu unseren Rucksäcken nicht auch noch Skulpturen mit uns herum schleppen.
Anschließend haben wir in der City Hall eine Ausstellung mit chinesischen Figuren für das Puppenspiel und mit flachen Schattenspielfiguren gesehen. Die Puppen waren etwa 50 bis 80 Zentimeter groß.
Dann sind wir mit dem Bus für 90 Cents zum Caritas Haus gefahren, das ein sehr großes Gebäude mit Schule, Kirche, Restaurant und Kantine war. Denn dort gab es ein Puppenspiel im Rahmen des Hong Kong Arts Festival 1974, das wir angesehen haben. Das Hong Kong Arts Festival war eine jährlich stattfindende Kultur-Veranstaltung von 4 Wochen Dauer. Mit dem Festival sollte die Mischung von orientalischen und westlichen Kulturen in Hong Kong gezeigt werden. Bei dem Puppenspiel saßen hinten etwa 10 Musiker mit Gong, Trommel und Saiteninstrumenten. Vorne hielten die Puppenspieler die Puppen an 3 Stöcken. Die kleinen Puppen hatten schöne Kostüme, die Spieler sprachen mit stark verstellten Stimmen.
15. Februar 1974, Hongkong, Freitag
Heute sind wir mit der alten Drahtseilbahn (Peak Tram) von 1888 auf den Victoria Peak gefahren, die höchste Bergspitze auf Hongkong Island mit 552 Metern über dem Meeresspiegel. Die Seilbahn war nach dem Vorbild einer Schweizer Standseilbahn konstruiert. Die Fahrt auf den Peak machten alle Reisende gern, denn von der Bergspitze hatte man einen wundervollen Blick auf die Hochhäuser und die malerische Landschaft von Hong Kong. Wenn in Berlin so gebaut werden würde wie in Hong Kong, dann könnten in Berlin doppelt so viele Menschen leben. Aber das Leben wäre dann doch sehr eng mit den vielen Skyscrapern. Wir sind etwas auf dem Peak spazieren gegangen.
Danach sind wir durch ein altes chinesisches Viertel spaziert, in dem es vor allem kleine Häuser mit maximal 2 oder 3 Etagen gab. Mache Häuser hatten auch Balkone, die Gassen waren sehr schmal, es gab Händler für Alles, und auch Handwerker, die Schmuck und anderes anboten. Anders als in Deutschland hatten die Chinesen dort ein lebendiges Nachtleben, denn die Läden hatten sehr lange offen, oft bis 11 Uhr nachts, und auch an Sonntagen. Essen konnte man in den Shops oft bis 1 Uhr nachts, was die Chinesen sehr gern taten, denn die echte chinesische Küche ist ja bekanntlich die schmackhafteste der Welt, und besonders in Hong Kong mit den vielen Meeresfrüchten des Pazifik.
Wir erfuhren, dass Arbeiter oder ungelernte Sekretärinnen 400 Hongkong-Dollar Einkommen im Monat hatten (entsprach etwa 200 DM). Top Sekretärinnen verdienten allerdings bis zu 3.500 Hongkong-Dollar im Monat (1.750 DM).
Abends waren wir in einem super schicken Hotel in der Discothek, wo Andrew Oh, dessen Adresse wir hatten, einen Konzertauftritt hatte. Andrew Oh war ein in Hongkong lebender Jazz Saxophonist, der auch international viel rumgekommen ist. Er spielte eher traditionellen Jazz, nichts Experimentelles. So eine Art dahinplätschernde Entspannungsmusik für den Feierabend. Außer Saxophon spielte er auch verschiedene Flöten. (Andrew Oh ist Ende April 2023 in Sydney/Australien an einer Herzattacke gestorben. Seine Musik kann im Internet angehört werden). Als Mitglied der RocknRoll Generation habe ich immer beim Jazz etwas gefremdelt. Im schicken Hotel kosteten 2 Biere 44 Hongkong-Dollar (22 DM), das konnten wir uns eigentlich gar nicht leisten. In der Disco waren viele junge schicke Leute Ü25.
16. Februar 1974, Hongkong, Sonnabend
Wir sind in ein modernes Viertel im Norden von Kowloon gefahren, in dem auch Ausländer wohnten und die britische Army stationiert war. Dort waren wir im Baptist Hospital, einem privaten Krankenhaus. Ich war von einem Insekt gestochen worden, mein linker Zeigefinger war geschwollen und vereitert und der Fingernagel fiel aus, was ich von einem Arzt begutachten lassen wollte. Der Arzt lobte mein gutes Englisch, kostete nur 5 Hongkong-Dollar (2,50 DM), das verschriebene Antibiotikum 25 HK-Dollar (13 DM). Es hieß, dass arme Leute zum Regierungskrankenhaus gehen mussten, wo es oft eine lange Warteschlange gab. Angeblich gab es keine Krankenversicherung als Pflichtversicherung. Die Mittelklasse war privat versichert und ging zu einem Privatarzt. Das erfuhren wir von einer portugiesischen Familie, deren Adresse wir hatten. Sie sprachen fließend Englisch und Kantonese sowie einen portugiesischen Dialekt. Außerdem hatte ich einen leichten Schnupfen wegen des kühlen Februarwetters in Hong Kong, war aber ansonsten noch bei guter Laune.
© Dr. Christian G. Pätzold, Januar 2026.
Chinesisches Kunsthandwerk. Postkarte 1974.

Foto von Dr. Christian G. Pätzold, 14.2.1974.
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2026/01/06
Tagebuch 1974, Teil 86: Hongkong I
von Dr. Christian G. Pätzold
aber was zum Teufel soll das Alles bedeuten ?
Seite aus einer chinesischen Reisebroschüre,1974.
11. Februar 1974, Hongkong, Montag
Hongkong war eine britische Kronkolonie seit 1843, war aber zu 95 Prozent von Chinesen bewohnt. China war damals im 19. Jahrhundert sehr schwach und konnte von den Engländern im Zuge des Kolonialismus leicht besiegt werden. Die Volksrepublik China forderte aber Hongkong inzwischen von den Briten zurück. Ich hatte gehört, dass die Kriminalität in Hongkong hoch sein sollte. Im Lift zu unserer Etage im Guest House fuhren wir mit einem aggressiv psychopathisch aussehenden Chinesen, von dem ich befürchtete, dass er uns gleich überfallen würde. Glücklicherweise ist dann doch nichts passiert. Dieses Erlebnis würde ich aber trotzdem als den 11. kritischen Moment meiner Weltreise einstufen.
Wir waren beim Deutschen Generalkonsulat, um unsere Post abzuholen, die dort für uns gelagert war: 2 Briefe aus Berlin und 1 Brief aus Sri Lanka. Anschließend sind wir zu einer Pension gelaufen und haben sie angeschaut, da sie billigere Schlafplätze angeboten hat. In Kowloon gab es viele Hochhäuser, viele Menschen wuselten auf den Straßen, es gab viele öffentliche Verkehrsmittel, sogar alte Straßenbahnen. Wir haben eine alte Apotheke mit traditioneller chinesischer Medizin gesehen.
12. Februar 1974, Hongkong, Dienstag
Heute sind wir zur Hong Kong University gefahren, die auf der Insel Hongkong liegt. Dazu mussten wir von Kowloon auf dem chinesischen Festland mit der Fähre über den Victoria Harbour zur Insel Hongkong fahren. Diese Überfahrt mit der Star Ferry wird als eine der beeindruckendsten Fährenfahrten der Welt bezeichnet, besonders wegen des Blicks auf die Skylines der Hochhäuser von Kowloon und Hongkong. Die Überfahrt dauerte nur 10 Minuten. Die Fähren fuhren alle 10 Minuten ab und wurden von der Bevölkerung stark genutzt.
Die Hong Kong University war die älteste und renommierteste Universität in Hongkong, sie wurde 1911 gegründet. An der Universität sprachen alle Student:innen auch Englisch. Sie hatten in der Regel schon Englisch in der Oberschule gelernt und wurden an der Universität in englischer Sprache unterrichtet. Das war ein Unterschied zur Chinese University of Hong Kong, der zweiten großen Universität, die in den New Territories nördlich von Kowloon lag.
An der University haben wir mit einem Mitglied der Student Union gesprochen. Er war sehr gegen die englische Kolonialregierung in Hongkong eingestellt. Er meinte, dass die Studenten stärker für die Volksrepublik China eingestellt wären als die übrige Bevölkerung in Hongkong.
13. Februar 1974, Hongkong, Mittwoch
Ich habe zwei Filme mit meinen Fotos von der Entwicklung geholt und einen Brief an Fan Yew Teng in Malaysia abgeschickt.
Dann sind wir zur Chinese University of Hong Kong gefahren, die in den New Territories nördlich von Kowloon liegt und 1963 gegründet wurde. Diese Universität war die zweite große Uni in Hongkong. Dort hatten wir ein Gespräch mit einer Frau über Konfuzius. Vom berühmtesten chinesischen Philosophen Konfuzius (Chinesisch: Kong Fuzi, Qufu 551 vuZ - Qufu 479 vuZ) hatte ich leider kaum eine Ahnung, außer dass er ziemlich konservative Ansichten über die patriarchalische Struktur der Familie und des Staates gehabt haben sollte. Später in Taiwan habe ich dann das Buch »The Sayings of Confucius« gekauft und studiert, zweisprachig Chinesisch und Englisch, übersetzt von James R. Ware (Professor of Chinese at Harvard University), von der Confucius Publishing Co. Noch später in den USA habe ich dann das Taschenbuch »The Heart of Confucius« von Archie J. Bahm gekauft, New York 1971, Harper & Row, Publishers. Bei Konfuzius finden sich schon solche Lebensweisheiten wie: "Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu."
Der Konfuzianismus war vor allem auf Taiwan angesehen, wo die bürgerliche Kuomintang (KMT) herrschte. In der Volksrepublik China herrschten der Marxismus-Leninismus und die Ideen von Mao Zedong vor, da dort die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) an der Macht war. In der VR China lief gerade eine große Kampagne der Kritik an Konfuzius, alles im Rahmen der Großen Proletarischen Kulturrevolution, die schon seit Mitte der 1960er Jahre auf Initiative von Mao Zedong ablief. Das "Rote Buch" von Mao Zedong wurde zum meistgedruckten Buch der Welt. Die Massenkampagne "Kritisiert Konfuzius und Lin Biao" in der VR China sollte die Kulturrevolution beleben und alte Denkweisen bekämpfen. Sie erschien mir aber als ziemlicher Spagat, denn bei Konfuzius ging es um Jahrtausende alte Philosophie, bei Lin Biao um ganz aktuelle politische Machtkämpfe innerhalb der KP Chinas. Bspw. soll auch Beethovens Mondscheinsonate als nicht klassenbezogen kritisiert worden sein, als nur "reine Musik".
Die Chinese University of Hong Kong war in 3 Colleges unterteilt. Die Student:innen finanzierten ihr Studium über Kredite. Politisch war bei den Student:innen gerade nicht so viel los. Es gab eine Bewegung für mehr studentische Schlafplätze, und eine Anti-Korruptions-Kampagne, bei der Polizisten wegen Korruption angeklagt wurden. Von der Bevölkerung bekämen die Studenten aber nicht so viel Unterstützung.
Anmerkung Januar 2026:
Der Name Hongkong bedeutet "Duftender Hafen". Die Stadt liegt im Mündungsgebiet des Perlflusses an der südchinesischen Küste des Pazifik. 2022 hatte Hongkong 7 Millionen Einwohner. Hongkong grenzt an die chinesische Provinz Guangdong und an die Stadt Shenzhen.
Die Britische Kronkolonie Hongkong war seit 1843 von den Engländern besetzt. 1997 wurde Hongkong an die Volksrepublik China zurückgegeben. Hongkong besteht aus der Halbinsel Kowloon auf dem chinesischen Festland, aus Hong Kong Island, aus den New Territories nördlich von Kowloon sowie aus 263 Inseln.
Das benachbarte Macau, das eine portugiesische Kolonie war, wurde 1999 an die VR China zurückgegeben.
© Dr. Christian G. Pätzold, Januar 2026.
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2026/01/01
Das 4. Jahr des Ukrainekriegs (2025)
Alle Befürchtungen, dass der Krieg in der Ukraine weitergehen würde, haben sich leider bewahrheitet. In Deutschland sind weitere Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet eingetroffen. In den deutschen Medien war der Ukrainekrieg im Jahr 2025 ein Dauerthema. Und in den Köpfen der Menschen haben sich viele Gedanken um den Krieg und seine Gefahren, um Waffen und Opfer gedreht.
Anfang Januar 2025 hatte die Ukraine eine Offensive im russischen Gebiet Kursk begonnen und größere Gebiete besetzt. Damit hatte Russland offensichtlich nicht gerechnet. Der Vorstoß der Ukraine war dazu gedacht, diese Gebiete gegen russisch besetzte Gebiete im Osten der Ukraine auszutauschen. Im Verlauf des Jahres 2025 musste die Ukraine das Gebiet allerdings wieder räumen, da der russische Druck zu groß geworden war.
Am 7. Januar 2025 kündigte der künftige US-Präsident Donald Trump an, dass er nicht nur den Panama-Kanal und Kanada annektieren wolle, sondern dass er auch Grönland notfalls militärisch für die USA erobern wolle, obwohl Grönland ein NATO-Partner der USA ist. Grönland ist etwa 5 Mal so groß wie Kalifornien oder Deutschland und besitzt riesige Bodenschätze. Dänemark und die EU haben daraufhin sofort erklärt, dass Grenzen nicht verschoben werden dürfen und dass sie Grönland verteidigen würden. Die Äußerungen von Trump zeigten, dass er sich von einem Immobilienspekulanten zu einem lupenreinen Imperialisten gemausert hatte, auf einer Stufe mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sein Slogan des US-Imperialismus war: „Make America Great Again“ (MAGA).
Mitte Januar wurde bekannt, dass die deutsche Regierung 54 Rad-Haubitzen für 900 Millionen Euro an die Ukraine liefern will, um die ukrainische Artillerie zu verstärken. Nach 3 Jahren Krieg schienen viele ukrainische Soldaten erschöpft zu sein. Viele desertierten. Putin hatte Angst vor Protesten der russischen Soldatenmütter. Ein Krieg war in Russland nicht populär. Daher nannte Putin den Ukrainekrieg weiter eine "militärische Spezialoperation".
Am 20. Januar 2025 wurde Donald Trump als neuer US-Präsident vereidigt. Alle waren gespannt, was das für Konsequenzen für den Ukrainekrieg haben würde. Donald Trump hatte großspurig angekündigt, dass er den Krieg in der Ukraine innerhalb von 24 Stunden nach seiner Vereidigung beenden könne. Das hat sich nicht realisiert. Stattdessen drohte er Russland mit weiteren Sanktionen, falls der russische Präsident Wladimir Putin den Krieg nicht beenden würde. Das hat die russische Regierung nicht sonderlich beeindruckt, denn sie finanzierte sich hauptsächlich durch gewaltige Energielieferungen an China.
Am 11. Februar 2025 hat Präsident Selenskyj für etwaige Friedensverhandlungen mit Russland einen Gebietsaustausch vorgeschlagen: Ukrainisch besetztes Gebiet in der Region Kursk gegen russisch besetztes Gebiet in der Ost-Ukraine. Auf dieses Angebot hat Russland mit starken Raketenangriffen auf Kiew geantwortet.
Der neue US-Verteidigungsminister Hegseth, der in Zunkunft "Kriegsminister" genannt werden möchte, hat sich auf einer NATO-Konferez zur Ukraine geäußert:
• Die Ukraine werde kein Nato-Mitglied.
• Die USA werden keine US-Truppen zur Absicherung eines Friedens in die Ukraine schicken.
• Die Ukraine müsse Gebiete an Russland abtreten für einen Frieden.
• Die Europäer müssen sich selbst um die Sicherheit in Europa kümmern.
• Die Europäer müssen 5 % ihres BIP für Verteidigung ausgeben, statt wie bisher 2 %.
Diese amerikanischen Forderungen hinsichtlich der Ukraine wurden von den Europäern und der Ukraine selbst zurückgewiesen. Anschließend telefonierte Trump mit Putin. Sie wollten sich treffen und über die Ukraine reden.
Am 18. Februar 2025 hat Trump im Oval Office des Weißen Hauses in Washington Selenskyj heruntergeputzt und einen "Diktator ohne Wahlen" genannt und behauptet, Selenskyj wäre für die Fortsetzung des Kriegs in der Ukraine verantwortlich, eine typische Täter-Opfer-Umkehr. Daraufhin hat der Kanzlerkandidat von den deutschen Grünen Robert Habeck Trump einen Verräter und Imperialisten genannt.
Bei den deutschen Bundestagswahlen am 23. Februar 2025 erreichte die CDU/CSU einen Vorsprung. Das Ergebnis war:
CDU/CSU 28,52 %, AfD 20,80 %, SPD 16,41 %, Grüne 11,61 %, Linke 8,77 %,.
Damit war eine CDU/CSU-SPD-Koalition mit Kanzler Merz am wahrscheinlichsten. Die Regierungsbildung zog sich aber hin. Die deutsche Ukraine-Politik war in der Schwebe. Im Bundestagswahlkampf hatte übrigens der reichste Mann der Welt und Trump-Freund Elon Musk die AfD unterstützt.
Am 24. Februar 2025 stimmten die USA mit Russland und China gegen die europäischen Vertreter im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die US-Regierung und Präsident Trump schienen vor allem an der Ausbeutung der seltenen Erden in der Ukraine durch US-Konzerne interessiert zu sein und machten eine Unterstützung der Ukraine davon abhängig. Die seltenen Erden der Ukraine wollten allerdings auch Russland und die Europäische Union ausbeuten.
Am 26. Februar 2025 war der französische Präsident Macron im Weißen Haus in Washington bei Trump, konnte aber keine Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine erreichen.
Am 27. Februar 2025 war der britische Premierminister Starmer im Weißen Haus bei Trump, konnte aber auch nichts erreichen.
Am 28. Februar 2025 war Selenskyj bei Trump im Weißen Haus, um das Rohstoffabkommen mit den USA über die seltenen Erden zu unterzeichnen. Aus dem Abkommen wurde aber nichts. Stattdessen haben sich Trump und Selenskyj vor laufenden Kameras angeschrieen. Trump hat Selenskyj vorgeworfen, dass er undankbar sei und dass er einen 3. Weltkrieg riskiere. Damit schien die Beziehung zwischen der Ukraine und den USA endgültig zerrüttet zu sein. Unterdessen wurde Selenskyj von der russischen Propaganda als Kokainclown bezeichnet.
Am 3. März 2025 hat Trump angeordnet, dass sämtliche US-Militärhilfe für die Ukraine gestoppt wird. Die USA lieferten der Ukraine auch keine Geheimdienstinformationen mehr.
Am 6. März 2025 hat der französische Präsident Macron erwogen, befreundete Staaten unter den atomaren Schutzschirm von Frankreich zu stellen. Das würde vor allem Deutschland betreffen, da der US-amerikanische Schutz zweifelhaft geworden war. Allerdings ist die französische Atomabwehr nicht so stark wie die US-amerikanische.
Am 18. März 2025 hat Trump zum zweiten Mal mit Putin telefoniert, aber ohne Ergebnis. Putin war an keinem Waffenstillstand, auch nicht für nur 1 Monat, interessiert. Stattdessen hat er weiter die Ukraine erbarmungslos bombardiert.
Am 8. April 2025 wurden 2 chinesische Soldaten in der Ukraine gefangen genommen. Das deutete darauf hin, dass die VR China aktiver auf russischer Seite in den Krieg eingestiegen war. Am 13. April erfolgte ein russischer Terror-Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Sumy, bei dem über 30 ukrainische Zivilisten getötet wurden. In der Folgezeit hat Putin mit verstärkter Brutalität die Ukraine angegriffen, ohne allerdings große Geländegewinne zu machen.
Am 15. August 2025 fand ein persönliches Treffen von Putin und Trump in Anchorage/Alaska/USA statt. Im Gespräch war wieder ein Waffenstillstand in der Ukraine, der aber nicht vereinbart werden konnte. Putin hat lediglich Trump zu einem Gegenbesuch in Moskau eingeladen. Es hatte sich also gezeigt, dass Trump keine Druckmittel gegenüber Putin hatte oder sie nicht einsetzen wollte. Wahrscheinlich hatte er auch keine Lust, nach Moskau zu fliegen, denn der Kreml ist ja wesentlich bombastischer und vergoldeter als sein White House in Washington.
Es kam der 10. Oktober 2025, an dem Trump den Friedensnobelpreis mit 1 Million Euro nicht bekam, obwohl er ihn für sich gefordert hatte, in seiner Rede vor den Vereinten Nationen. Trump besitzt zwar schon etliche Millionen Dollar, aber gegen 1 Million zusätzlich hat er nichts einzuwenden. Stattdessen ging der Friedensnobelpreis an eine Freundin von Trump aus Venezuela. US-Tomahawk Marschflugkörper wollte Trump nicht an die Ukraine liefern.
Am 21. November 2025 hat Trump der Ukraine einen Friedensplan der USA mit 28 Punkten vorgelegt, der auf eine Kapitulation der Ukraine hinauslaufen würde. Er hat der Ukraine mit dem Entzug von US-Hilfe gedroht, falls die Ukraine den Friedensplan nicht binnen 6 Tagen akzeptieren würde. Daraufhin haben die Ukrainer und die Europäer mit den Amerikanern in Genf verhandelt und den US-Plan abgeschwächt. Anfang Dezember haben der US-Unterhändler Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner mit Putin in Moskau verhandelt, ohne Ergebnis. Putin hat erklärt, dass er zum Krieg mit der Europäischen Union bereit sei.
Von Seiten der EU ist geplant, die etwa 210 Milliarden Euro des russischen Staatsvermögens, die hauptsächlich bei der belgischen Zentralbank deponiert sind, als Sicherheiten für Darlehen an die Ukraine zu nutzen. Diese Darlehen wären quasi ein Vorgriff auf zukünftige Reparationszahlungen Russlands an die Ukraine. Die Ukraine könnte dann mit dem Geld Waffen kaufen und ihre Soldaten weiter bezahlen.
Am 10. Dezember 2025 erklärte sich Selenskyj für Präsidentschaftswahlen in der Ukraine bereit, wenn Trump einen Waffenstillstand garantiere. Unterdessen schien Trump eine Invasion von Venezuela vorzubereiten, um an das venezolanische Erdöl heranzukommen. Putin hat nicht mal eine Waffenruhe über Weihnachten akzeptiert. Die Europäische Union beschloss zum Jahresende, der ukrainischen Regierung einen zinslosen Kredit von 90 Milliarden Euro für die kommenden 2 Jahre zur Verfügung zu stellen.
Soweit der Ablauf des Ukrainekriegs im Jahr 2025. Stand 31. Dezember 2025: Ein Ende des Kriegs ist wieder nicht in Sicht.
Wie jedes Jahr Anfang Januar wurde auch diesmal das Hintergrundbild von kuhlewampe.net renoviert. Im letzten Jahr erfreuten uns die zum Trocknen aufgestellten Räucherstäbchen in Vietnam. Nun ist die Glasfassade des Bauhaus Dessau von Walter Gropius aus dem Jahr 1925 zu sehen.
Schließlich möchte ich allen Kreativen sehr danken, die im vergangenen Jahr so viel zu kuhlewampe.net beigetragen haben, namentlich:
Wolfgang Weber, Dagmar Sinn, Manuel Wanser, Dr. Wolfgang Endler, Reinhild Paarmann, Renate Straetling, Ingo Cesaro, Sandra Wiedemann, Angelika Becker, Karl-Heinz Wiezorrek.
Ich wünsche allen viel Erfolg und Glück im Neuen Jahr 2026 !
© Dr. Christian G. Pätzold, Januar 2026.
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